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Webauftritt

23. August 2026 · ~2 Min. Lesezeit

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Fünf Dinge, die auf Ihrer Website fehlen — und Sie Anfragen koste

Die meisten Websites scheitern nicht am Design. Sie scheitern daran, dass eine einfache Frage unbeantwortet bleibt.

Julian Tracht

Die meisten Website, die keine Anfragen bringen, sind nicht hässlich. Sie sehen ordentlich aus. Sie sind nur an fünf Stellen unvollständig, und jede dieser Stellen kostet Besucher, die eigentlich Interesse hatten.

Sie können das in einer knappen Stunde selbst prüfen. Öffnen Sie Ihre Seite auf dem Handy — dort landen die meisten — und gehen Sie die fünf Punkte durch.

Öffnen Sie die Startseite und lesen Sie nur, was ohne Scrollen sichtbar ist. Steht dort, was Sie tun und für wen? Nicht Ihr Anspruch, nicht Ihre Werte — die Leistung.

„Ihr Partner für maßgeschneiderte Lösungen" beantwortet die Frage nicht. „Elektroinstallation für Altbauten in Schwarzenbek und Umgebung" schon. Wer nach drei Sekunden nicht weiß, ob er richtig ist, geht zurück zur Trefferliste.

Eine E-Mail-Adresse im Impressum ist rechtlich in Ordnung und praktisch zu wenig. Auf dem Handy will jemand tippen und telefonieren, nicht eine Adresse abschreiben.

Prüfen Sie: Ist die Telefonnummer ein Link, der beim Antippen wählt? Steht sie im sichtbaren Bereich und nicht nur ganz unten? Gibt es ein Formular für Leute, die abends um elf schreiben und nicht anrufen wollen?

Der häufigste Einwand: „Das kann man bei uns nicht sagen, das hängt vom Aufwand ab." Stimmt fast immer. Trotzdem ist gar keine Angabe die schlechteste Variante.

Wer keine Größenordnung findet, vermutet eine — und liegt dabei genauso oft zu hoch wie zu niedrig. Zu hoch heißt: keine Anfrage. Zu niedrig heißt: eine Anfrage, aus der nichts wird, und ein enttäuschtes Gespräch.

Ein Ab-Preis, ein typischer Rahmen oder ein Beispiel mit Umfang und Preis nimmt beiden Seiten Arbeit ab.

Eine Website ohne Ort, ohne Gesicht und ohne Öffnungszeiten wirkt austauschbar, selbst wenn dahinter ein Betrieb mit dreißig Jahren Geschichte steht.

Dazu gehört wenig: Ihr Ort im Text, nicht nur im Impressum. Ein Foto, das Sie oder Ihre Werkstatt zeigt und nicht aus einer Bilddatenbank stammt. Erreichbarkeitszeiten. Wenn Sie eine Handwerksrolle, eine Kammerzugehörigkeit oder eine Zertifizierung haben: hin damit.

Die Hürde zwischen „interessant" und „ich melde mich" ist größer, als sie aussieht. Wer schreibt, muss formulieren, was er will — und viele wissen das noch gar nicht genau.

Deshalb hilft ein niedrigschwelliger Einstieg: eine Frage, die man beantworten kann, ohne sich festzulegen. „Beschreiben Sie kurz, worum es geht" verlangt weniger als „Fordern Sie ein Angebot an". Das Formular sollte drei Felder haben, nicht acht. Jedes Pflichtfeld kostet Anfragen.

Ebenso wichtig: eine Website muss nicht groß sein. Fünf gute Seiten schlagen zwanzig halbfertige. Kein Blog, den Sie nicht pflegen. Keine Bildergalerie mit Platzhaltern. Kein Chatfenster, das niemand beantwortet — das ist schlimmer als keins.

Der nützlichste Test dauert zwei Minuten: Geben Sie jemandem, der Ihren Betrieb nicht kennt, Ihr Handy und die Aufgabe, herauszufinden, was Sie anbieten und wie man Sie erreicht. Sagen Sie nichts dazu. Was diese Person zuerst fragt, ist genau das, was auf der Seite fehlt.

Wenn Sie danach wissen, wo es hakt, aber nicht, wie man es löst: Schreiben Sie mir in zwei Sätzen, was Ihnen aufgefallen ist.

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